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rosengesellschaft zentralschweiz - Gartenportrait Monika und Walter Waltisberg
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rosengesellschaft zentralschweiz - Gartenportrait Monika und Walter Waltisberg

Gartenportrait Monika und Walter Waltisberg

Nur Geduld führt ins eigene Paradies

Schenkon In den Rosengärten herrscht Blütezeit. Für die Pracht braucht es Geduld: Bis eine neue Rose zum Verkauf bereitsteht, dauert es bis zu zehn Jahre.

Rahel Schnüriger (Text) und Boris Bürgisser (Bilder) rahel.schnueriger@zentralschweizamsonntag.ch

Der Rosengarten von Walter (68) und Monika (66) Waltisberg hoch über Schenkon ist überwältigend. Rosen in allen Farben und Formen spriessen aus den säuberlich angeordneten Beeten. Die einen duften nach Nelken, andere nach Myrrhe, manche haben gar keinen Duft oder entwickeln ihn nur zu bestimmten Tageszeiten. Ganz hinten sorgt ein Rosenbogen mit zwei alten Stühlen in der Mitte für den letzten Kick Romantik. Nichts als Rosen, soweit das Auge reicht: 500 Stück aus 70 Sorten hat Walter Waltisberg, der Präsident der Zentralschweizer Rosengesellschaft ist, gezählt. Als das Paar vor bald 30 Jahren mit dem ersten Rosenstrauch begonnen hat, waren es erst zwölf «Lilli Marleen». Heute wendet es für die Pflege täglich bis zu drei Stunden auf.

Mit der Lupe zur perfekten Rose
Mittendrin, bei der gelben «Landora», steht der Hobbyzüchter Rudolf Brun. Rosenzüchter gibt es nur eine Handvoll in der Schweiz, und der 58-Jährige aus Emmenbrücke ist einer von ihnen. Er zeigt uns heute im Garten der Waltisbergs, wie eine «Kreuzung» vonstattengeht. Dazu packt er eine Pinzette, einen Pinsel, eine Lupe und ein Stück Alufolie aus: «Zur Zucht kreuze ich zwei Rosensorten und kreiere damit eine neue», sagt Brun. Dazu entledigt er einer Rose ihre Blätter und zupft mit der Pinzette die Staubfäden. Nachdem diese getrocknet sind, zieht Brun der zweiten Rosensorte ebenfalls die Blätter ab. Mit der Lupe betrachtet er die weiblichen Narben der Rose: «Wenn sie glänzen, sind sie empfänglich», sagt Brun.

Wie ein Bildhauer
Mit Hilfe eines feinen Pinsels und grösster Sorgfalt tupft Rudolf Brun also die getrockneten Staubfäden der einen Rose auf die zweite. Abgedeckt mit Alufolie schützt er sie nun vor Regen und Insekten. Dann ist Warten angesagt: zehn Tage, bis sich die Hagebutte – die Frucht – entwickelt; drei Jahre, bis die Rose als solche erkennbar ist; fünf bis zehn Jahre, bis die neue Rosensorte im Verkauf ist. Denn vorher wird sie eingehend auf ihre Gesundheit geprüft. «Die grossen Profizüchter haben 10 000 Keimlinge, wovon etwa 5 den Weg auf den Markt schaffen», sagt Rudolf Brun. Die Rosenzucht braucht viel Geduld und Arbeit, doch für Brun lohnt es sich: «Mich fasziniert es, ein Unikat kreieren zu können.» Er sucht die Kunst in den Farben und Formen, wobei ihm die einfachsten Rosen je länger je besser gefallen. «Wie ein Bildhauer suche ich die Vollkommenheit», so Brun. Doch er weiss bereits: Sie ist unerreichbar. Statt Namen nummeriert Rudolf Brun seine Rosen normalerweise nach Kreuzung und Jahr. Ausser einmal, als er einer Freundin eine eigene Rose zum runden Geburtstag schenkte: «Vrenälis Gärtli» hat er sie genannt. Damit die Zucht bis zum Geburtstagsfest fertig war, musste er drei Jahre vorher beginnen.

Geschichtsträchtige Namen
Andere Züchter legen grossen Wert auf die Namensgebung. Diese sind nicht nur Erkennungsmerkmal, sondern werden für den Preis von mehreren tausend Franken auch zur geschützten Marke. In Walter Waltisbergs Garten ist etwa die schwedische Schauspielerin Ingrid Bergman in einem intensiven Rot anzutreffen oder die fast weisse, gekringelte «Souvenir de la Malmaison». Letztere wurde zum Andenken an den Garten der «Rosenkaiserin» Joséphine, Gattin von Napoleon, gezüchtet. Doch es sind nicht nur internationale Berühmtheiten, die mit einer Rose geehrt werden. Auch Bundesrätin Doris Leuthard ist unter ihnen. Bei «ihrer» Blume handelt es sich um eine rosafarbene, intensiv duftende Rose.

Wie auf einer Intensivstation
Zur Blütezeit steht auf jedem Tisch im und ums Haus von Monika Waltisberg eine Dekoration aus Rosen, die Farben hat sie sanft kombiniert. Weiss steht für die Reinheit und rosa ist «der Inbegriff des Lieblichen». Sollte es einer Rose mal nicht so gut gehen, kümmert sich Monika Waltisberg «wie auf einer Intensivstation» rührend um sie. Die Rosen sind für sie auch Synonym fürs Leben: «Wenn sie gut gepflegt werden, blühen sie auf.»

Monika und Walter Waltisberg, Schenkon

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